Sticker für GoodNotes erstellen

Das Erstellen eigener Sticker für GoodNotes, Notability oder andere Planner Apps kann Spaß machen, erfordert aber einige Schritte. Dabei geht es vom Zeichnen der Gegenstände über das Digitalisieren (falls Du nicht gleich direkt auf Deinem Tablet zeichnest) über das Speichern im richtigen Format und in der richtigen Größe bis hin zum Import auf dem iPad in GoodNotes. Die Schritte sind für alle Apps ähnlich und unterscheiden sich eigentlich nur im Import am Ende.

Welche Sticker möchte ich erstellen?

Wir reden hier natürlich über digitale Sticker für digitale Planer – das vorneweg. Zum Dekorieren und Verschönern deines digitalen BuJo oder Planers. Und nicht nur das, die Sticker helfen auch enorm bei der Übersichtlichkeit um beim Erkennen auf den ersten Blick. Falls Du noch nicht weißt, was Sticker für digitale Planer sind, lies dich am besten erstmal ein.

Du bist komplett frei und kannst beliebige Sticker erstellen. Meistens sind Sticker zu einem bestimmten Thema passend. Du kannst aber total wild kombinieren und welche kreieren, die für dich einfach praktisch sind oder auch für jeden Monat mehrere, die zum Thema des Monats passen. So, wie Du es beispielsweise vom Bullet Journal kennst. Also mach einfach, was du möchtest: Icons, Symbole, Gegenstände, Blumen, Tiere, Fabelwesen, Zeichen, Bäume, Hunde, Katzen und und und. Deiner Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Wo & wie zeichne ich die Sticker?

Das ist wohl die Frage, mit den meisten möglichen Antworten. Es kommt hier auch sehr auf Deine Vorkenntnisse an. Hast Du schon ein Zeichenprogramm auf dem iPad? Zeichnest Du gerne auf Papier und weißt, wie Du diese Zeichnungen dann digitalisieren kannst? Z.B. mit den Vektorprogrammen Adobe Illustrator oder Inkscape (kostenlose Alternative). Oder fängst Du wirklich bei Null an und hast den Ehrgeiz, das zu lernen?

Sticker auf dem iPad mit Procreate zeichnen

Procreate ist eine sehr beliebte App zum Zeichnen und Illustrieren. Du solltest allerdings unbedingt einen Pencil haben. Die App ist sehr mächtig und man braucht schon etwas Zeit, sich einzuarbeiten, aber es macht Spaß und man hat schon schnell erste Erfolge. Einen ersten Überblick, wie sie funktioniert und was Du damit umsetzen kannst, findest Du hier.

Die App Procreate gibt es im AppStore zum Preis von 10,99 € (Juni 2020). Leider ist Procreate aktuell nur für iOS, d.h. auf iPads verfügbar.

Sticker auf Android zeichen

Unter Android gibt es einige Alternativen. Eine davon ist Infinite Painter, sie kostet nach einer kostenlosen Testphase ebenfalls Geld, liegt aber im ähnlichen Rahmen wie Procreate und ist ebenfalls ein Einmalkauf ohne wiederkehrende monatliche Kosten. Die zweite App für Android, die ich empfehlen möchte, ist Art Flow.

Mit beiden Apps kann man ordentliche Sachen aufs Display zaubern, vorausgesetzt, man hat einen Pen zum Zeichnen. Zudem sind es zwar Apps, was erstmal einfach klingt, dennoch haben sie einen sehr großen Umfang und dementsprechend auch eine nicht ganz flache Lernkurve.

Probiert doch einfach mal beide Apps aus, falls ihr sie noch nicht kennt und findet heraus, welche euch besser liegt.

Sticker mit vektorbasiertem Programm wie Illustrator oder Inkscape erstellen

Die Design-Profis unter euch kennen die Tools sicher schon. Illustrator von Adobe ist ein weit verbreitetes Profi-Tool und vielerorts der Standard für die Arbeit mit Vektoren bzw. vektorbasierten Designs, insbesondere Illustrationen. Der Vorteil von Vektoren ist, dass sich die so erstellten und in diesem Format (Dateiformat z.B. SVG) abgespeicherten Grafiken beliebig skalieren, sprich vergrößern lassen, ohne dass es dabei einen Qualitätsverlust gibt. Für die Nutzung als Sticker, wird dieses Dateiformat allerdings nicht benötigt – hier brauchen wir meistens eine PNG-Datei – doch dazu später mehr.

Die Art und Weise, wie in diesen Programmen gezeichnet wird, unterscheidet sich stark von anderen Tools und erfordert ein Umdenken in der Herangehensweise, da mit sogenannten Pfaden gearbeitet wird. Für diejenigen, die ihre Sticker selbst erstellen wollen, sind diese Programme daher oversized. Das gilt nur, wenn ihr euch damit noch nicht auskennt. Falls ihr schon Erfahrung damit habt, bietet es sich auf jeden Fall an, dass ihr eure Sticker damit erstellt.

Sticker mit GIMP, Photoshop oder Photoshop Sketch erstellen

Auch bei dieser Software ist die Lernkurve recht steil – mit Ausnahme von Photoshop Sketch, denn dabei handelt es sich um eine App. Photoshop und GIMP sind beides Bildbearbeitungsprogramme, die auch von Profis verwendet werden. Der große Unterschied zwischen beiden ist, dass GIMP eine freie, kostenlose Software ist, die von einer Community weiterentwickelt wird, während Photoshop ein proprietäres Programm von Adobe ist. Dadurch würde ich schon sagen, dass Photoshop von den Funktionalitäten ein gutes Stück voraus ist und besonders die Integration mit anderen Adobe-Programmen ist super. Gleichzeitig ist bietet GIMP aber auch eine Vielzahl an Funktionen und die für Grundlagen der Bildbearbeitung reicht GIMP auf jeden Fall aus.

Du kannst mit beiden auf der „grünen Wiese“ starten und etwas zeichnen oder Fotos importieren und daraus coole Sticker basteln. Es gibt für beides Massen an Tutorials auf Youtube, mit denen du dir die Grundlagen beibringen kannst. Auch hier ist das Tolle: GIMP ist kostenlos und du kannst es einfach ausprobieren.

Wie muss ich die selbstgemachten Sticker abspeichern?

Die erstellten Sticker müssen nun mit einem transparenten Hintergrund abgespeichert werden. Dafür solltest du das PNG-Format verwenden. Das ist das allerwichtigste, damit z.B. rundliche Sticker keine hässlichen, weissen Ecken haben, wenn du sie auf einem Hintergrund platzierst, der nicht weiss ist. Zusammengefasst: Speichere Deine Sticker als PNG-Datei mit transparentem Hintergrund ab.

Noch ein Hinweis: Du kannst natürlich alle Deine Grafiken in eine Datei packen, d.h. in ein großes Bild legen und das dann bspw. in Goodnotes wieder zuschneiden. Oder du legst für jede Grafik ein eigenes File an und schiebst das nachher auf Dein Tablet. Das spart dir etwas Arbeit dort.

So bekommst Du die Sticker auf Dein Tablet

Für den Transfer auf dein Tablet bietet sich ein Cloudservice an. Vielleicht nutzt du ja bereits Google Drive, Microsoft OneDrive oder ähnliche Tools für den Datei-Sync, dann ist das auch deine Software hierfür. Notfalls kannst du auch eine E-Mail an dich selbst senden, die die Sticker im Anhang hat. Schließlich rufst Du diese E-Mail auf dem Tablet ab und schon hast du die Datei dort. Einfach das Bild lokal abspeicher, fertig!

So verwendest Du Deine eigenen Sticker in GoodNotes

In Goodnotes kannst du einfach Bilder einfügen. Bei den einzelnen Stickern ist das ja wirklich selbsterklärend. Falls du mehrere Sticker in einer Bilddatei hast, musst du dieses Bild einfach mehrfach einfügen und jedes Mal so zuschneiden (über das „Crop-Tool“), dass nur eine Grafik übrig bleibt. Das braucht etwas mehr Zeit, ist aber trotzdem superschnell erledigt.

Achja, an der Stelle noch ein Tipp: Legt euch eine oder sogar mehrere Seiten an, wo ihr eure Sticker ablegt – schon zugeschnitten, falls nötig. Das wird sozusagen eure Sticker-Bibliothek. Wannimmer ihr später einen der Sticker verwenden möchtet, holt ihr ihn euch von dort per Copy and Paste („kopieren und einfügen“) und platziert ihn dort, wo ihr ihn haben möchtet.

Schon Mal eigene Sticker erstellt?

Jetzt bin ich natürlich neugierig – habt ihr schon eigene Sticker erstellt? Hab ich euch dazu motiviert? Habt ihr Interesse an einem Video für die letzten Schritte oder wisst ihr eh schon, wie ihr Bilddateien in Goodnotes als Sticker verwendet? Habt ihr sonst noch Tipps und Tricks für die Erstellung von eigenen Stickern? Haut in die Tasten und lasst mich in den Kommentaren eure Erfahrungen wissen.

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